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Halbfinale für Lamsfuß und Seidel

Die amtierenden Europameister treffen am Samstag auf die Olympiasieger Lee Yang und Wang Chi-Lin aus Taiwan.


Spannende Spiele, packende Ballwechsel und jede Menge Action bot der Viertelfinaltag der HYLO Badminton Open 2023. Die Zuschauer in der Saarbrücker Saarlandhalle kamen am Turnierfreitag ab der ersten Begegnung voll auf ihre Kosten. Auch die drei Spiele mit deutscher Beteiligung waren an Spannung kaum zu überbieten. Während Mark Lamsfuß und Isabel Lohau im Mixed und Yvonne Li im Dameneinzel knapp ausschieden, zog das Herrendoppel Mark Lamsfuß/Marvin Seidel mit einer überzeugenden Leistung ins Halbfinale des HSBC BWF World Tour Super 300 Events ein.

„Wir sind unfassbar glücklich. Das Publikum war unglaublich, die Zuschauer haben uns so laut angefeuert – es war ein großartiges Gefühl auf dem Feld. Wir sind dankbar für jeden Einzelnen, der gekommen ist und uns unterstützt hat. Ein Heimturnier zu spielen, ist etwas ganz Besonderes, deswegen bedeutet es uns viel, dass wir heute so gutes Badminton spielen konnten“, freute sich Marvin Seidel nach dem überzeugenden Viertelfinal-Sieg bei den HYLO Open.

Gegen die Chinesen He Ji Ting und Ren Xiang Yu kam Deutschlands bestes Doppel von Beginn an gut in die Partie und konnte die anfangs erspielte Führung nahezu den ganzen Satz aufrechthalten. Besonders der starke Zug zum Netz von Marvin Seidel brachte das chinesische Duo immer wieder in Bedrängnis.
Dass der Aufschlagrichter gleich mehrere Aufschläge von Ren Xiang Yu als regelwidrig bewertete, spielte den Europameistern zudem in die Karten.

Beim Stand von 22:21 kam es dann zur kuriosesten Situation des Spiels: Ren Xiang Yu lies sich bei der Vorbereitung für die Annahme enorm viel Zeit. Nach mehreren Sekunden schlug Mark Lamsfuß schließlich auf, da sein Gegener sowohl den Schläger als auch den Blick gehoben hatte und damit aus Sicht von Lamsfuß bereit für die Annahme war.
Doch Ren Xiang Yu bewegte sich nicht zum Ball, lies ihn fallen und forderte eine Wiederholung, da er nicht bereit gewesen sei. Der Schiedsrichter entschied auf Punkt für Deutschland. Auch nach langer Diskussion mit den Chinesen lies sich der Unparteiische nicht umstimmen – Satzgewinn Lamsfuß/Seidel.

Im zweiten Satz konnten sich die Deutschen unter lautstarkem Jubel der Fans in der Saarlandhalle früh eine komfortable Führung erspielen und brachten diese mit 21:15 souverän ins Ziel.

Bittere Niederlage für deutsches Top-Mixed

Eine sehr unglückliche Niederlage mussten derweil Mark Lamsfuß und Isabel Lohau im gemischten Doppel hinnehmen. Nachdem die Europameister und WM-Dritten von 2022 mehrere Monate mit Verletzungspech zu kämpfen hatten, sollten die HYLO Open eigentlich die Trendwende bringen. Nach zwei Siegen zum Auftakt trafen Lamsfuß und Lohau im Viertelfinale auf Ye Hong Wei und Lee Chia Hsin aus Taiwan. Nach einem starken ersten Satz hatten die Deutschen beim Stand von 20:17 drei Satzbälle. Doch trotz lautstarker Unterstützung der Saarlandhalle konnten die Taiwanesen dreimal erfolgreich abwehren und vollstreckten selbst einskalt zum 20:22 aus deutscher Sicht.

Auch im zweiten Durchgang präsentierten sich Lamsfuß und Lohau stark, erspielten erneut zwei Satzbälle, doch unterlagen auch hier äußerst knapp mit 22:24. „Unsere Gegner waren heute einfach besser als wir. Wir haben zwar ein gutes Spiel gespielt, aber nicht unser bestes. Wir erreichen gerade leider nicht unser höchstes Niveau. Dafür müssen wir noch mehr trainieren. Auf diesem Niveau ist es hart, konstant zu spielen. Dennoch versuchen wir, die positiven Punkte für unsere nächsten Turniere mitzunehmen“, erklärte Mark Lamsfuß nach der Partie.

Starkes Comeback genügt nicht

Auch die Deutsche Meisterin im Dameneinzel ging im Viertelfinale der HYLO Open ans Netz. Yvonne Li präsentierte sich im Turnierverlauf in guter Form, erkämpfte zwei starke Siege zum Auftakt und stand am Freitag verdient in der Runde der letzten Acht. Gegen die Dänin Line Kjaersfeldt tat sich Li zu Beginn jedoch schwer.

Nach 12:21 im ersten satz, lag die HYLO-Finalistin von 2020 im zweiten Durchgang schon mit 9:15 zurück, ehe sie sich durch eine furiose Aufholjagd den Entscheidungssatz erkämpfte. Dort war es jedoch erneut Kjaersfeldt, die den besseren Start hinlegte. Und diesmal lies sich die Dänin die Führung nicht mehr nehmen und brachte sie mit 21:14 ins Ziel. „Im Spiel fiel es mir schwer, den Ball zu kontrollieren. Ich muss lernen, besser mit schnellen und flachen Ballwechseln klarzukommen, die meinen Körper angreifen. Auf diesem Niveau bin ich noch nicht gut genug, um diese Schläge decken zu können“, erklärte eine sichtlich enttäuschte Yvonne Li.

Alle Ergebnisse des Viertelfinaltags finde Sie hier.